Spezialsprechstunde Immundefekte

Keyvisual genetische Spezialsprechstunde für genetische Immundefekte

Genetische Spezialsprechstunde für Immundefekte

Angeborene, auch primäre Immundefekte genannt, sind seltene genetisch bedingte Erkrankungen des Immunsystems. International werden sie als Inborn Errors of Immunity (IEI) bezeichnet. Inzwischen sind mehr als 500 verschiedene Formen bekannt. Die Erkrankungen können sich sehr unterschiedlich äußern und in jedem Lebensalter auftreten.

Mögliche Hinweise sind wiederkehrende oder ungewöhnlich schwere Infektionen, Autoimmunerkrankungen, chronische Entzündungen oder ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen. Häufig besteht der Verdacht über viele Jahre, bevor eine klare Diagnose gestellt wird.

Bevor eine genetische Untersuchung erfolgt, sind grundlegende Laboruntersuchungen wichtig. Dazu gehören die Bestimmung der Antikörperspiegel (IgG, IgA, IgM, IgE) sowie ein Differenzialblutbild (auch „großes Blutbild“ genannt). Außerdem müssen erworbene Ursachen für eine Immunschwäche (etwa durch bestimmte Medikamente oder andere Grunderkrankungen wie eine HIV-Infektion oder bestimmte Krebserkrankungen) ausgeschlossen werden.

In unserer Spezialsprechstunde für genetische Immundefekte findet genetische Beratung und Diagnostik hinsichtlich angeborener Immundefekte statt. Wir beraten Sie ausführlich, besprechen mögliche genetische Untersuchungen und klären gemeinsam, ob und welche Diagnostik sinnvoll ist. Ziel ist es, eine sichere Diagnose zu stellen und damit die Grundlage für eine passende Behandlung und langfristige Betreuung zu schaffen.

Für weitere Informationen sowie zur Terminvereinbarung erreichen Sie uns telefonisch unter 07071 565 44 00, per E-Mail an termin@humangenetik-tuebingen.de oder über unser Online-Terminbuchungsformular.

Unser Experte für die genetische Spezialsprechstunde für Immundefekte

Die Spezialsprechstunde für Immundefekte wird von unserem erfahrenen Facharzt Tobias Scherf de Almeida durchgeführt. Als Facharzt für Humangenetik verfügt er über umfassende Expertise in der Diagnostik erblich bedingter Immundefekte und kennt die besonderen medizinischen Fragestellungen, die damit verbunden sind.

Mitarbeiter am Zentrum für Humangenetik Tübingen

Tobias Scherf de Almeida

Informationen zur genetischen Spezialsprechstunde für Immundefekte

Der Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und primären Immundefekten

Viele Autoimmunerkrankungen entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener genetischer und äußerer Faktoren. In den meisten Fällen liegt keine einzelne genetische Ursache vor, die gezielt untersucht werden kann. Ein angeborener Immundefekt kann jedoch das Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen erhöhen. In diesen Fällen ist eine genetische Abklärung wichtig, um die richtige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.

Hinweise darauf können sein:

  • ein deutlich früher Beginn der Erkrankung, zum Beispiel ein systemischer Lupus erythematodes bereits im Kindesalter
  • ein fehlendes oder unzureichendes Ansprechen auf übliche Therapien
  • mehrere Autoimmunerkrankungen gleichzeitig, die normalerweise nicht gemeinsam auftreten
  • weitere Auffälligkeiten wie eine erhöhte Infektanfälligkeit oder andere Zeichen eines angeborenen Immundefekts

In diesen Fällen ist eine genetische Abklärung wichtig, um die richtige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen. Unsere Spezialsprechstunde hilft dabei zu klären, ob eine genetische Ursache infrage kommt und ob eine genetische Untersuchung sinnvoll ist.

Für wen ist die Spezialsprechstunde geeignet?

Unsere Spezialsprechstunde richtet sich an Patientinnen und Patienten, die bei sich selbst einen angeborenen oder primären Immundefekt vermuten.

Hinweise können eine ungewöhnlich hohe Infektanfälligkeit, wiederkehrende oder schwer verlaufende Infektionen, ausgeprägte oder atypisch verlaufende Autoimmunerkrankungen, wiederkehrendes Fieber oder andere Zeichen einer gestörten Immunregulation sein. Wenn solche Beschwerden bei Ihnen bestehen, kann eine genetische Abklärung sinnvoll sein. In diesem Fall ist unsere Spezialsprechstunde eine geeignete Anlaufstelle.

Bitte beachten Sie, dass Erkrankungen wie die Ehlers-Danlos-Syndrome, das Mastzellaktivierungssyndrom, das Chronische Fatigue-Syndrom oder die Zöliakie keine primären Immundefekte sind. Wenn bei Ihnen ausschließlich der Verdacht auf eine dieser Erkrankungen besteht und keine Hinweise auf einen angeborenen Immundefekt vorliegen, empfehlen wir zunächst eine Abklärung in spezialisierten Fachsprechstunden. Speziell für Ehlers-Danlos-Syndrome bieten wir eine gesonderte Spezialsprechstunde an.

Ihr Weg zur genetischen Spezialsprechstunde für Immundefekte

Bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserer Spezialsprechstunde für genetische Immundefekte. Sie erreichen uns telefonisch unter 07071 565 44 00, per E-Mail an termin@humangenetik-tuebingen.de oder über unser Online-Terminbuchungsformular. Schicken Sie uns – sofern vorhanden – medizinische Unterlagen inklusive Informationen zu Voruntersuchungen wie einem großen Blutbild und der Bestimmung der Antikörperspiegel mit. So können wir Ihr Anliegen bestmöglich und gezielt betreuen.

Wie läuft die genetische Spezialsprechstunde für Immundefekte ab?

Vor Ihrem Termin sichten und strukturieren wir alle Befunde, die Sie uns vorab zusenden. So können wir uns gezielt auf Ihre individuelle Situation vorbereiten.

Während des Gesprächs besprechen wir ausführlich Ihre Beschwerden und Ihren bisherigen Krankheitsverlauf. Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine körperliche Untersuchung.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Familienanamnese über drei Generationen. Diese hilft uns zu verstehen, ob Hinweise auf eine erbliche Ursache bestehen und welche genetische Untersuchung sinnvoll sein kann.

Wenn sich aus diesen Informationen ein Verdacht auf einen angeborenen Immundefekt ergibt, informieren wir Sie ausführlich über die Möglichkeiten und Grenzen der genetischen Diagnostik. Anschließend entscheiden Sie in Ruhe, ob eine genetische Untersuchung durchgeführt werden soll.

Ablauf einer genetischen Spezialsprechstunde für genetische Immundefekte

Prozessablauf Genetische Sprechstunde

Icon für die Terminvereinbarungen

Termin für die genetische Sprechstunde vereinbaren

Blaues Icon mit Arzt, der eine genetische Beratung durchführt

Genetische Beratung

Blaues Icon mit einer Lupe, die eine DNA untersucht

Falls gewünscht: Blutentnahme und Start der besprochenen Analysen

Ausführlicher medizinischer Befund des Zentrum für Humangenetik Tübingen, dargestellt als Icon

Befundmitteilung und Beratungsbrief

WAS IMMUNGENETISCHE DIAGNOSTIK LEISTEN KANN

Eine molekulargenetische Untersuchung kann helfen, einen angeborenen Immundefekt genauer einzuordnen und eine sichere Diagnose zu stellen.

Falls es im klinischen Zusammenhang sinnvoll erscheint, kann nach einem unauffälligen genetischen Befund im zweiten Schritt eine Analyse mit unserem Deep Immunogenetics Panel erfolgen. Diese spezielle Analyse kann genetische Veränderungen nachweisen, die nur in einem kleinen Teil der Blutzellen vorkommen und deshalb in herkömmlichen genetischen Untersuchungen nicht erkannt werden. Weitere Informationen zu diesem Verfahren finden Sie hier.

Eine genetische Diagnose ist eine wichtige Grundlage für die weitere Behandlung. Sie kann helfen zu entscheiden, welche Therapie für Sie sinnvoll ist. Manche Betroffene profitieren zum Beispiel von vorbeugenden antiinfektiven Maßnahmen. In anderen Fällen kann frühzeitig eine Stammzelltransplantation empfohlen werden oder es besteht die Möglichkeit einer gezielten, individuell abgestimmten Therapie.

Darüber hinaus kann die genetische Diagnose Hinweise auf mögliche Risiken für andere Organe geben. Dadurch können Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen besser geplant werden.

Das macht uns besonders

Icon für die Terminvereinbarungen

Schnelle Terminvergabe

Blaues Icon mit zwei Sprechblasen, die die umfassende Beratung am Zentrum für Humangenetik darstellen

Umfassende Beratung

Icon: Haus in einem fast geschlossenen Kreis

Alles aus einer Hand

Blaues Icon mit einer Glühbirne, in der sich ein Gehirn befindet

Langjährige Erfahrung

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Nein, es wird keine Überweisung benötigt. Das Mitführen der Gesundheitskarte (früher „Krankenversichertenkarte“) ist ausreichend.

Für eine zielgerichtete Vorstellung ist es hilfreich, wenn die in der S3-Leitlinie empfohlenen Basisuntersuchungen bereits durchgeführt wurden und entsprechende Befunde vorliegen. Auch eine ausführliche medizinische Vorgeschichte sowie gegebenenfalls vorhandene immunologische Zusatzuntersuchungen erleichtern die Einordnung und helfen, die genetische Beratung und Abklärung effizient zu gestalten.

Falls sich in Zusammenschau der Befunde ein überzeugender Verdacht auf einen genetisch bedingten Immundefekt ergibt, wird im Rahmen des Beratungsgesprächs der konkrete Untersuchungsumfang festgelegt und, sofern gewünscht, direkt im Anschluss eine Blutentnahme stattfinden.

Nein, eine vorausgehende Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die genetische Analyse aus einer Blutprobe. Es ist also nicht notwendig, dass Sie für die Vorstellung oder Blutentnahme bei uns nüchtern erscheinen.

Ja, eine genetische Untersuchung ist trotzdem möglich. Statt Blut verwenden wir in diesem Fall eine Haarwurzel-, Speichel- und/oder Mundschleimhautprobe. Für die letzten beiden Optionen ist es unbedingt notwendig, dass Sie eine Stunde vor der Probenentnahme nichts essen oder trinken und auch keinen Kaugummi kauen.

Eine genetische Diagnostik bei Verdacht auf einen Immundefekt wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wenn Sie privat krankenversichert sind, erhalten Sie einen Kostenvoranschlag. Diesen können Sie bei Ihrer Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle einreichen oder die Kostenübernahme direkt selbst durch Ihre Unterschrift bestätigen.

Nach bereits erfolgter genetischer Diagnostik übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen eine erneute Untersuchung in der Regel erst nach Ablauf eines Jahres. Sollte die Untersuchung bereits länger als ein Jahr zurückliegen, können wir im Rahmen der genetischen Beratung prüfen, ob eine erneute genetische Testung sinnvoll ist.

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