Genetische Spezialsprechstunde für das Ehlers-Danlos-Syndrom
Das Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) ist eine Gruppe erblicher Bindegewebserkrankungen. Typische Merkmale sind sehr bewegliche oder überstreckbare Gelenke, eine dehnbare Haut sowie eine erhöhte Empfindlichkeit des Gewebes. Es gibt verschiedene Formen des Ehlers-Danlos-Syndroms, die sich in ihren Ursachen und Beschwerden unterscheiden.
Viele Betroffene haben über Jahre Beschwerden wie häufige Gelenkverletzungen, chronische Schmerzen oder eine ausgeprägte Hämatomneigung, ohne dass die Ursache eindeutig geklärt werden kann. In unserer genetischen Spezialsprechstunde beraten wir Sie bei Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom und klären gemeinsam, ob eine genetische Untersuchung sinnvoll ist.
Für weitere Informationen sowie zur Terminvereinbarung erreichen Sie uns telefonisch unter 07071 565 44 00, per E-Mail an termin@humangenetik-tuebingen.de oder über unser Online-Terminbuchungsformular.
Unser Expertinnen und Experten für die genetische Spezialsprechstunde für das Ehlers-Danlos-Syndrom
Informationen zur genetischen Spezialsprechstunde für das Ehlers-Danlos-Syndrom
Welche Rolle spielt die genetische Diagnostik für die Diagnose?
Die Diagnose eines Ehlers-Danlos-Syndroms ist wichtig für die weitere medizinische Betreuung. Je nach Subtyp ergeben sich unterschiedliche Risiken und Anforderungen an die Behandlung.
Auch wenn meist keine ursächliche Therapie möglich ist, hilft eine gesicherte Diagnose dabei, Beschwerden gezielt zu behandeln und Komplikationen zu vermeiden. Beim vaskulären Ehlers-Danlos-Syndrom sind zum Beispiel regelmäßige Kontrollen der Blutgefäße wichtig, um Gefäßveränderungen früh zu erkennen.
Eine genetische Untersuchung hilft, den Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom zu bestätigen oder auszuschließen und den jeweiligen Subtyp zu bestimmen. Das ist die Grundlage, um weitere medizinische Maßnahmen zu planen und geeignete Empfehlungen für die langfristige Betreuung zu geben.
Für wen ist die Spezialsprechstunde geeignet?
Die Spezialsprechstunde richtet sich an Menschen, bei denen der Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom besteht oder bei denen folgende Auffälligkeiten vorliegen:
- sehr bewegliche oder überstreckbare Gelenke
- wiederkehrende Gelenkschmerzen oder häufiges Umknicken der Gelenke
- wiederholte Ausrenkungen (Luxationen)
- ungewöhnlich dehnbare Haut
- verzögerte Wundheilung oder auffällige Narbenbildung
- bestimmte kardiologische Befunde, zum Beispiel Erweiterungen der Hauptschlagader oder Veränderungen der Herzklappen
In unserer Spezialsprechstunde für das Ehlers-Danlos-Syndrom besprechen wir Ihre Beschwerden, prüfen, ob eine genetische Abklärung sinnvoll ist, und begleiten Sie von der Beratung über die Diagnostik bis zur Besprechung der Ergebnisse.
Ihr Weg zur genetischen Spezialsprechstunde für Ehlers-Danlos-Syndrom
Bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserer Spezialsprechstunde für das Ehlers-Danlos-Syndrom. Bringen Sie – sofern vorhanden – medizinische Unterlagen, Laborbefunde oder weitere Berichte mit. So können wir Ihr Anliegen bestmöglich und gezielt betreuen.
Vorgehen bei der Spezialsprechstunde Ehlers-Danlos-Syndrom
In unserer Spezialsprechstunde besprechen wir zunächst ausführlich Ihre Beschwerden und Ihre bisherige Krankengeschichte. Bei Bedarf führen wir zusätzlich eine körperliche Untersuchung durch, bei der insbesondere die Beweglichkeit der Gelenke sowie weitere mögliche Merkmale eines Ehlers-Danlos-Syndroms oder einer Hypermobilität beurteilt werden.
Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Familienanamnese über drei Generationen. Dadurch können wir erkennen, ob Hinweise auf eine erbliche Ursache oder bestimmte Vererbungsmuster in der Familie bestehen.
Wenn die erhobenen Informationen darauf hindeuten, dass eine genetische Untersuchung sinnvoll ist, klären wir Sie ausführlich darüber auf. Anschließend veranlassen wir, wenn von Ihnen gewünscht, die entsprechende molekulargenetische Diagnostik.

Prozessablauf Genetische Sprechstunde
Termin für die genetische Sprechstunde vereinbaren

Genetische Beratung

Falls gewünscht: Blutentnahme und Start der besprochenen Analysen

Befundmitteilung und Beratungsbrief
Genetische Diagnostik des Ehlers-Danlos-Sydroms
Diagnostik-Optionen nach der Sprechstunde
Im Anschluss an die genetische Beratung kann – sofern medizinisch sinnvoll und von Ihnen gewünscht – eine weiterführende genetische Diagnostik erfolgen. Ziel ist es, den Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom zu bestätigen und den zugrunde liegenden Subtyp möglichst genau einzuordnen.
Das Ehlers-Danlos-Syndrom umfasst verschiedene Subtypen, die sich in ihren genetischen Ursachen und klinischen Merkmalen unterscheiden. Da sich die Beschwerden teilweise überschneiden, ist eine eindeutige Zuordnung allein anhand der Symptome häufig nicht möglich.
Eine Besonderheit stellt das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) dar. Für diesen Subtyp ist bislang kein ursächliches Gen bekannt. Die Diagnose erfolgt daher anhand definierter klinischer Kriterien, die im Rahmen der Sprechstunde überprüft werden.
Im Rahmen der Diagnostik berücksichtigen wir auch andere erblich bedingte Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom, die ähnliche Beschwerden verursachen.
Durch die genetische Diagnostik kann die weitere medizinische Betreuung gezielt geplant, geeignete Vorsorgeuntersuchungen festgelegt und Risiken frühzeitig erkannt werden.
Erfahren Sie hier mehr zu unserem Diagnostik-Angebot!
WIE ERFAHRE ICH VON MEINEM UNTERSUCHUNGSERGEBNIS?
Wir dokumentieren alle Untersuchungsergebnisse detailliert in einem medizinischen Befund und senden diesen an die verantwortlichen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig besprechen wir die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen im Rahmen eines erneuten humangenetischen Beratungsgesprächs.
Dabei begleiten wir Sie durch alle Schritte der Befundinterpretation und klären gemeinsam, welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Je nach Fragestellung und Untersuchungsergebnis werden folgende Aspekte thematisiert:
- Erklärung der genetischen Diagnose
- Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs
- mögliche Therapieoptionen in Abhängigkeit von der molekulargenetischen Ursache
- Hinweise auf klinische Studien oder Selbsthilfeorganisationen
- mögliche Auswirkungen für Familienmitglieder sowie die Option einer prädiktiven Diagnostik für Angehörige
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